Brauchtum

Brauchtum als Grundpfeiler einer funktionierenden Dorfgemeinschaft

Die Nachbarschaftshilfe

In der Vergangenheit war eine gut funktionierende Nachbarschaft wichtiger denn je! Bei Hochzeiten, bei Geburten, bei Sterbe- und Unfällen, bei Krankheiten oder sonstigen Ereignissen dieser Art war es eine Ehrensache dem Nachbarn seinen Beistand anzubieten. Ein Bedarfs- bzw. Notfall sprach sich schnell herum; die Nachbarn kamen spontan und unaufgefordert herbei und boten ihre Hilfe an, welche stets dankend angenommen wurde. Die Hilfestellungen waren aber noch weiter gefächert. Sie konnten sich über Vorbereitungen für Familienfeste, auf die Altenpflege, die Haushaltsführungen oder die Stall- und Feldarbeiten erstrecken.

Die Anzahl der Personen, die in jener Zeit die Häuser und Höfe bewohnten, war größer als heute. Dadurch fiel es leichter denjenigen, oder diejenige für solche Arbeiten frei zu stellen. Mit zunehmender Automatisierung in Haus und Hof hat die Notwendigkeit aktiver Nachbarschaftshilfe stark abgenommen; sie wird bei Bedarf aber heute noch praktiziert.

So war es selbsverständlich, dass die Nachbarschaft zu Familienfesten mit eingeladen wurde. Besonders dieser Akt pflegte die Nachbarschaft und hielt sie lebendig. Auch heute noch reicht diese über die Grenzen unserer Ortsgemeinde hinaus bis hin zur Ginshauser Mühle, welche auf Waxweiler Gebiet liegt.


Spessen

Bei Hochzeiten schlossen sich diejenigen der Dorfjugend zusammen, die nicht zur Hochzeit eingeladen waren, und besuchten abends das Brautpaar, um ihm zu gratulieren. Dafür erhielten die Gratulanten vom Brautpaar einen Korb mit Essen und Getränken, dessen Inhalt danach unverzüglich verzehrt wurde. Man kann sich leicht vorstellen, dass Quantität und Qualität des Korbinhaltes proportional zur Menge und zur Art der guten Wünsche waren, die mit zum Gelingen der Ehe beitragen sollten. Oftmals dauerte der Verzehr der Speisen und besonders der Getränke länger als die Hochzeitsfeierlichkeiten selbst.

Brautschuh versteigern

Bei Hochzeiten wurde versucht, der Braut einen ihrer Schuhe abzunehmen. Dieser wurde dann unter den Hochzeitsgästen versteigert. Um den Schuh der Braut wieder zurückgeben zu können, musste ein Trauzeuge den ersteigerten Schuh zurückkaufen.

Schießen

Stets dann in den Nachkriegsjahren, wenn ein Junge der Nachbardörfer ein Mädchen des eigenen Dorfes freite, trat ein Brauch in Aktion, der zumindest im Prümtal mit anliegenden Dörfern akkribisch genau eingehalten wurde. Voraussetzung war jedoch, dass die Jungen des Dorfes den Eindringling bei seiner Angebeteten auch angetroffen haben. Zwei Treffen waren frei, beim dritten Besuch wurde gnadenlos geschossen. (War das Jahr eine Schaltjahr, so durften in umgekehrter Besetzung die Mädchen schiessen, wie zuletzt am 26. Dezember 1996 geschehen.) Natürlich wurde bei dem Brauch niemand erschossen, anstelle dessen wurde vor jedem Haus der festgelegte Spruch laut vorgebracht:

…Wir haben vernommen, dass Sie sind gekommen, in unserem Rosengarten zu pflücken, die Schönste von allen, deshalb sind Sie strafbar! Drum Brüder herbei, schont nicht Pulver und Blei, das soll sie aber nicht verdrießen, denn gleich wird es dreimal schießen…

(Vorstehender Spruch wurde bei Herrn Joachim Schröder, Pronsfeld, recherchiert, der sich sehr um das Brauchtumswesen im Islek kümmert. www.joachim-schroeder.com)

Bei entsprechender zeitlicher Abstimmung knallten dann im Hintergrund eine Schreckschusspistole, Feuerwerkskörper oder ein Luftgewehr.


Kindskaffee

Bis weit in die Nachkriegszeit hinein war es eine gewisse Form der Pflicht, dass der Vater bei der Geburt bzw. der Taufe eines Kindes, zeitlich versetzt dreimal, den Bewohnern eines jeden Hauses eine Nachricht zu überbringen hatte:

Die 1. Nachricht lautete: …ein Kind (mit Name) ist geboren…

Die 2. Nachricht lautete: …das Kind (mit Name) wird am Sonntag getauft… [ Die Taufe hatte stets am ersten Sonntag nach der Geburt zu erfolgen.]

Die 3. Nachricht war dann die Einladung zum Kindskaffee. [ Da sich die Mutter am Taufsonntag sehr oft noch im Krankenhaus befand, gab es den besagten Kaffee oft zu einem späteren Zeitpunkt.]

Ein Bekanntmachungsrundgang- und hier ist in der Regel der Erste gemeint- endete oftmals feucht fröhlich.

Heischegang

Es war üblich, dass die Kinder der Dorfgemeinde – gelegentlich gesellten sich auch Kinder aus Nachbargemeinden hinzu – zu Fastnachtszeiten von Haus zu Haus gingen und Lieder sangen. Sie erwarteten danach von den Bewohnern eine kleine Gabe in Form von Süßigkeiten. Sie nannten das „heischen“.

Im Laufe der Zeit nahm diese Brauchtumsform immer mehr ab. So hatte sich die Zahl der Kinder zu Beginn der 1990er-Jahre bis auf vier reduziert…..

(Nach der Jahrtausendwende hat sich in unserer Gemeinde der demographische Wandel positiv bemerkbar gemacht. Etliche junge Menschen, sowohl aus dem Ort, als auch von außerhalb, haben eigene Familien gegründet und Manderscheid zu ihrem festen Wohnsitz erklärt. Somit hat zumindest dieser Brauch eine neue Chance bekommen…)

Burgbrennen

Der erste Fastensonntag, oder auch Burgsonntag genannt, war für die Jungen des Dorfes ein aufregender Tag. Sie mussten Stroh sammeln und dieses neben einem vorgefertigten Holzkreuz ablegen. Dabei wurde bei den Spendern auch nach Backzutaten wie Eiern, Mehl und Zucker nachgefragt.

Die Männer des Dorfes übernahmen nun das Umwickeln des Kreuzes mit Stroh und stellten das Kreuz danach auch auf. Nach dem Abbrennen der Burg wurde dann mit den Backzutaten in dem Haus Kuchen gebacken und verzehrt, in dem die letzte Hochzeit stattgefunden hatte. Da im Dorf nicht jedes Jahr eine Hochzeit war, ging die Zubereitung und die Austragung des Burgkaffees im Ort reihum.

Ursprünglich waren für die Tätigkeiten des Sammelns nur Jungen zugelassen; Ende der 1970er-Jahre änderte sich diese Domäne wegen regelrechtem Jungenmangel! Sehr zur Freude der Mädchen des Dorfes konnten diese nun die Lücke auffüllen und an der Gestaltung des Burgsonntages mitwirken.

Klappern an Kartagen

Das Klappern, welches das Läuten der verreisten Glocken an den Kartagen ersetzen sollte, wurde früher nur von Schuljungen vorgenommen.

Im Jahre 1951 stand für diesen Dienst nur noch ein Junge mit sechs Lebensjahren zur Verfügung. Der nächst ältere Junge wurde nach acht Jahren aus der Schule entlassen und war somit zu alt fürs Klappern. In den Folgejahren erholte sich der Bestand an potentiellen Klapperkindern. Als diese dann Anfang der 1980er Jahre ihre Schulzeit beendet hatten, drohte sich das Debakel von 1951 zu wiederholen; allerdings jetzt mit zwei, statt mit einem Klapperkind.

Wie beim Burgbrennen schon erfolgreich praktiziert, durften nun endlich auch die Mädchen mitklappern. Die Jugendlichen des Dorfes haben die noch sehr jungen Kinder tatkräftig unterstützt.

Nach etlichen Jahren völliger Vakanz haben sich heute wieder Kinder zusammenschließen können, um den Brauch des Klapperns fortzusetzen.

Martinszug

Am Sonntag, dem 11. November 2007, gab es eine Bereicherung bei der Brauchtumsausübung in unserer Gemeinde; erstmals zog ein Martinszug mit St. Martin hoch zu Ross und dem Bettler, vielen Kindern mit Laternen zusammen mit deren Eltern durchs Dorf. Neben dem Haus des Ortsbürgermeisters erfolgte die Mantelteilung und danach gab es Martinswecken für die Kinder und Glühwein für die Alten.

Bis dato wird der Martinszug jedes Jahr wiederholt.

Der Maibaum

Das Aufstellen des Maibaums 2019 erfolgte am 30. April – dem Tag vor dem 01. Mai. Und dieser 30. April wird sich stets wiederholen, so wie dieser Tag in der Vergangenheit auch.

Meistens männliche Dorfbewohner fahren mit Traktoren und einem Anhänger in den Wald und schlagen da eine geignete Fichte, die sich als Maibaum eignet. Gemäß vorherrschender Tradition gehört der Standort der zu fällenden Fichte immer zu einem Nachbardorf, so man die Grenzen genau nachvollziehen kann. Sobald der Baum liegt, beginnen jüngere Dorfbewohner mit dem Schälen des Baumes. Danach wird der Baum zum Aufstellort transportiert, wobei die naturbelassene Spitze geschützt auf dem Anhänger befestigt und der lange Rest des nunmehr geschälten Baumes über die Straße hinterher geschleift wird.

Am Aufstellort schmücken nun die Frauen des Dorfes die Spitze des Baumes mit farbigen Bändern, wobei diese in der Regel aus rotweißem Absperrband bestehen. Alle Dorfbewohner, die sich am Aufstellen des Maibaumes beteiligen, haben sich nun am Baum versammelt. Das erste Bier wird schon getrunken. Das Aufstellen selbst erfolgt nicht von Hand mit Stangen und Stützen, sondern mit der Gabel eines Traktors. Mit großer Anteilnahme werden mittels Holzkeilen und Hämmern der Baum in der Halterung verkeilt und somit gesichert.

Der Abend klingt dann zusammen mit den Kindern bei Bier, Pizza und Limonade unter Dach und Fach entweder in Manderscheid, oder in Manderscheiderhof aus.

Hatten bis vor zwei Jahren Manderscheid und Manderscheiderhof noch je einen eigenen Maibaum, so hat man heute die Kräfte zusammengefasst und errichtet nur einen Baum, nämlich in Manderscheid. Diese Zusammenlegung ist der defekten Halterung für den Maibaum in Manderschederhof geschuldet, welche zwischenzeitlich gänzlich entfernt wurde.

Die Feier danach wechselt dann von Jahr zu Jahr zwischen den beiden Dorfbereichen.

Eine Anekdote zum Schluss:

…im Jahre 1966 wurde im Ortsteil Manderscheid der Fastnachtsdienstag ganz groß gefeiert. Nachmittags trafen sich die Frauen in einem Haus zu Kaffee und Kuchen. Es muss wohl eine sehr lustige Veranstaltung gewesen sein, die länger als gewöhnlich dauerte, was dann nach und nach die Männer veranlasste der Ursache für die zeitliche Überziehung auf den Grund zu gehen. Zwangsweise wurde die Menschenzahl des ursprünglichen Kaffeeklatsches der Frauen immer größer. Spontan beschloß man, die ortsansässige Flaschenbierhandlung – diese existierte damals im Fereshof – aufzusuchen, um den Tag gebührend zu feiern. Zwischenzeitlich war es Abend geworden und längst war das ganze Dorf da versammelt. Auch die Schulkinder waren mit dabei und kosteten ihre neu gewonnene Freiheit auf ihre Art und Weise aus, auch wenn diese nur einen Tag dauerte.

Das war ein feucht fröhlicher Tag, der noch lange in Erinnerung blieb und auch Jahre später noch für reichlichen Gesprächsstoff sorgte.

Aktive Brauchtumspflege war in der Vergangenheit eine Obliegenheit aller Dorf-bewohner und diente nur ausnahmsweise den Menschen zur Bespaßung; vielmehr war es eine notwendige, ja wenn nicht sogar eine überlebenswichtige Verpflichtung derer, die sich der Gemeinschaft gegenüber zugehörig fühlen durften!


Höfechronik

Die Besitzverhältnisse der Höfe im Wandel der Zeiten.

Spodenhof

Der Spodenhof, so wie er sich heute darstellt, besteht aus zwei Höfen, nämlich dem Spoden- und dem Höserhof.
Im Jahre 1775 baute Matthias Spoden sein Wohnhaus mit unmittelbar nördlich davon angrenzendem Stallgebäude. Später wurde der Hof noch um ein Backhaus und eine Scheune talseits gegenüber erweitert.

Im Jahre 1863, also rund 90 Jahre später, wurde der Höserhof angebaut.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts mussten die Nachfahren der Familie Spoden wegen Misswirtschaft ihren Hof verkaufen bzw. zur Versteigerung freigeben. Der Großvater von Herrn Willi Hermes, Herr Peter Diesburg, ersteigerte zu Beginn des 20. Jahrhunders davon die große Wiese, genannt Alenpech. Der Spodenhof selbst mit seinen Ländereien wurde von Herrn Michel Thölkes, einem Bruder von Meiich Kläs, gekauft, der dafür sein Erbteil einsetzte. Später heiratete Michel eine Elisabeth Arnoldy aus Kopscheid. Eines ihrer sieben Kinder, die Anna, heiratete Nikolaus Zirbes aus Scheidchen. Nikolaus Zirbes mit seiner Frau Anna bewirtschafteten den Hof weiter. Sie brachten vier Kinder zur Welt, nämlich den Peter, den Werner und die Zwillinge Marlies und Margreth. Nach dem Tod von Nikolaus Zirbes im Jahre 1978 wurde der Hof nicht mehr bewirtschaftet. Die vier Kinder verließen nach und nach den Hof. Anna Zirbes lebte dort bis zu ihrem Tode im Jahre 2003 mehr oder weniger alleine.

Der Höserhof wurde im Jahre 1863 unmittelbar in nördlicher Verlängerung des bestehenden Spodenhofes mit Wohnhaus und Stallungen errichtet. Die Brüder Fritz, Hennes, Jäb und Kläs Höser bewirtschafteten den Hof als familiäre Nachfahren und Junggesellen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die zwei Schwestern trennten sich recht früh vom Hof, Ammi ging nach Düsseldorf und die andere Schwester nach Lambertsberg. Kläs heiratete im Alter die Witwe Elisabeth Fidler aus Lambertsberg. Elisabeth kam mit den drei anderen Brüdern mental nicht zurecht, worauf Kläs mit seiner Frau nach Lambertsberg zog. Der zuletzt überlebende Jäb ging nach Düsseldorf zu seinen Neffen, den Kindern seiner Schwester Ammi. Dort ist Jäb auch verstorben; seine Neffen wurden als Erben eingesetzt. Dem widersprachen in einem Erbstreit Kläs mit seinem Adoptivsohn Fritz Huberty aus Niederweiler erfolgreich gegen die Erben aus Düsseldorf. Mit Hilfe von Schneidermeister Teo Richarrz aus Oberpierscheid wurden Kläs und Fritz Huberty als Erben eingesetzt. Hennes Höser wurde in den letzten Kriegstagen unterhalb seines Hofes erschossen, ob von der Wehrmacht, oder von den vorrückenden amerikanischen Soldaten, ist nicht bekannt.
Den nun leerstehenden Höserhof kauften Nikolaus und Anna Zirbes; die zum Höserhof gehörenden Ländereien ersteigerte ein Herr Kreff, der gegenüber der Aussiedlung Alois Hoffmann ein Haus bauen wollte. Über den Rohbau ist er aber nicht hinaus gekommen; wegen unlauteter Machenschaften verließ er Manderscheid bei Nacht und Nebel. Herr Hans Schmitt aus Düsseldorf kaufte den Rohbau mit den Ländereien und handelte fortan mit Pferden.

Der Spodenhof in seiner baulichen Gesamtheit mit ca. 7.500 m² Land, wurde am 09. September 2004 von Thilo und Annegret Stobbe, ebenfalls aus Düsseldorf, von der Erbengemeinschaft Zirbes käuflich erworben.


Gemeinwesen

Ein intaktes Dorfleben bildet stets ein funktionierendes Gemeinwesen.

Ideen, Meinungen und Wünsche mit sich daraus ergebenden Aufgaben lassen sich sehr oft nur in Eigeninitiative umsetzen. Ein geschicktes und motiviertes Zupacken lässt in der Gemeinschaft viele nützliche Dinge entstehen; es schont die Gemeindekasse, stärkt das Gemeinwesen und macht darüberhinaus auch noch Freude.

Gemeinschaftsarbeiten können sich erstrecken über sogenannte Dreck-weg-Tage,

Aktive am Dreck-weg-Tag

Befestigungsarbeiten des Ortswappens,

Aktive bei der Anbringung des neuen Ortswappens

Befestigung der Werbetafel Schwarzkreuz

Aktive bei der Anbringung einer Hinweistafel

oder die kreative Ausrichtung eines 50. Geburtstages von einem Nachbarn in Manderscheiderhof.

Gruppenbild

Freizeit

Freizeit und Erholung im Grünen

Natur und Wandern – beide Begriffe sind in Manderscheid unlösbar miteinander verknüpft.

Die Täler Mandel- und Mühlbach münden ins Prümtal; sie sind mit den angrenzenden Höhen von gut ausgebauten und beschilderten Wanderwegen durchzogen. Pflanzen und Tiere können auf Schritt und Tritt be-obachtet werden. Die Ruhe kann man sprichwörtlich fühlen.

Eine aufgelassene Bahnstrasse, heute ein asphaltierter Rad- und Wanderweg, verbindet im Prümtal die Orte Lünebach und Waxweiler und führt unmittelbar an der Heilhauser Mühle vorbei, welche eine Gaststätte mit angeschlossenem Campingplatz beherbergt. Dem Ort gegenüber linksseitig der Prüm liegt ein Steinbruch, welcher unterdevonische Leitfossilien birgt. Sie sind im Devonium – einem geologischen Museum in Waxweiler – zu besichtigen.

An Übernachtungsmöglichkeiten gibt es folgende Auswahl:

Diejenigen, die mit Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt reisen, sind auf dem Campingplatz der Heilhauser Mühle bestens aufgehoben. Der Gast hat hier die Wahl zwischen ruhigen und lauschigen Plätzen auf einer bewaldeten Insel – eingefasst von Prüm und Mühlenbach -, auf einer von Buschwerk geschützten Fläche längs der Prüm oder auf einer Freifläche neben dem Mandelbach.

Für diejenigen, die mit dem Auto anreisen, bieten angrenzende Dörfer sehr gute Ferienwohnungen an. Genannt werden können hier der Mayisch- und der Schmiedeshof in Lauperath, die Ferienwohnungen im Landhaus Theis in Kopscheid und die Ferienhäuser Zwicker in Heilhausen. Diese drei Adressen zeichnen sich durch ein Ambiente aus, welche als absolut orts- und landschaftstypisch zu bezeichnen sind und einen gehobenen Wohnkomfort aufweisen. Auch der Ort Waxweiler bietet einiges an Unterbringunsmöglichkeiten an.


Jagd

Die Jagd in Manderscheid

Nach einer in der Vergangenheit sich bis weit über die Landesgrenzen hinaus vollzogenen Ausrottung von Bär, Wolf und Luchs konnten sich deren Beutetiere wie unser bekanntes Hoch- und Niederwild zahlenmäßig stark ausweiten und dadurch der vornehmlich landwirtschaftlich geprägten Bevölkerung nicht hinnehmbare Schäden zufügen. Diese machten sich durch Verbiss an Pflanzen und Bäumen bemerkbar bzw. Wildschweinrotten hinterließen Flur- und Fruchtschäden in erheblichem Ausmaß. Besonders besorgniserregend wirkten sich die Schäden im damals noch kargen Islek aus.

Eine Bejagung durch Menschen sollte schon früh helfen das Gleichgewicht in der Fauna zwischen Raub- und Beutetieren künstlich wieder herzustellen, wobei bemerkt werden muss, dass die Jagd selbst und das Wildbret nur Previlegierten vorbehalten war und den Esstisch der ortsansässigen Bauern nicht erreichte. So auch auf Manderscheider Gebiet bis ins späte 19. Jahrhundert.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten in Manderscheid die Bauern eine Jagdgenossenschaft, die sich zum Ziel setzte, oben näher beschriebene Aufgaben zu wahren, zu entwickeln und weiter zu führen. Ein gewählter Vorstand mit seinen Stellvertretern verlieh der Interessensgruppe vereinsmäßige Strukturen.

An Wald-, Feld- und Flurfläche steht heute ein 456 Hektar großes Revier zur Bejagung offen. Die mit der Genossenschaft verbundenen administrativen Arbeiten werden von der Verbandsgemeinde wahr genommen; dort ist auch die Jagdgenossenschaft rechtlich angesiedelt. Diese kümmert sich z. B. um die Suche nach einem Jagdpächter, führt die Jagdkasse und wirkt unterstützend bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen. Diese können dann entstehen, wenn ein Geschädigter Flurschäden nachweisen kann, die auf eine vermeintlich unterlassene Hege seitens des Jagdpächters zurückzuführen sind.

Besonders bei der Wahl des Jagdpächters hat der Vorstand gegenüber der Verbandsgemeine eine Entscheidungshoheit. Der Manderscheider Jagdpächter, hier eine Jagdpächterfamilie aus dem Großraum Düsseldorf, hat ihre Jagd schon viele Jahrzehnte inne. Im Sommer 2008 feierte der Jagdpächter im Dorf das 40-jährige Bestehen seiner Jagdpacht in Manderscheid.

Dem Jagdpächter ist ein Jagdaufseher beigestellt. Dieser übernimmt in Absprache mit dem Pächter bei seiner Abwesenheit die Arbeit vor Ort. Der Jagdaufseher kümmert sich um die Hege der Wildtiere, macht Bestandserhebungen, kümmert sich um Wildschäden, die ihm gemeldet werden und versucht diese vor Ort mit den Geschädigten zu regeln und berät darüberhinaus den Jagdpächter.

Der Jagdpächter zahlt für seine Jagd eine festgesetzte Jahrespacht, welche die Verbandsgemeinde der Jagdkasse zuführt. Dieses Geld ist zweckgebunden und kann über den Jagdvorstand für Anschaffungen und Arbeiten zur Förderung des Jagdrevieres auch im weiterführenden Sinn freigegeben werden. Der Jagdpächter bezahlt auch den Jagdaufseher und kann für Wildschäden haftbar gemacht werden. (siehe oben) Das Wildbret gehört ausnahmslos dem Jagdpächter! Bei größer angelegten Jagden, wie z. B. einer Wildschweinjagd mit weiteren Jägern, Treibern und Hunden obliegt dem Jagdpächter deren Organisation. Die damit verbundene Bekanntmachung wird als Werbung in den Kreisen zertifizierter Jäger sogar grenzüberschreitend positiv aufgenommen und als willkommener Anlass genutzt, nämlich sein Können zu zeigen. So spricht der Jäger von einem besonderen Jagderfog wenn er es schafft, ein Wildschwein mit einem gezielten Schuss im Flug zu erlegen.

Aus heutiger Sicht ist das Verhältnis zwischen Jagdgenossenschaft, Jagdpächter und den Bewohnern von Manderscheid mit Manderscheiderhof als sehr gut zu bezeichnen.